Prellball

Georg Schmidt nimmt auch mit 90 Jahren noch am Kreisturnier teil

Nur noch wenige Vereine im Landkreis haben Prellball-Mannschaften. Die treffen sich einmal im Jahr zum Kreisturnier – in diesem Jahr holte sich der TV Brettorf I den Sieg.

Hoykenkamp Im September feierte Georg Schmidt seinen 90. Geburtstag. Der leidenschaftliche Prellballspieler war langjähriger 1. Vorsitzender und ist Ehrenvorsitzender der TS Hoykenkamp – und als nachträgliches Geschenk veranstaltete sein Verein nun das diesjährige Kreisprellballturnier. „Leider gibt es nicht mehr so viele Teams wie früher“, meinte der Jubilar, der sich gar nicht mehr erinnern kann, wie lange er schon Prellball spielt. „Früher habe ich Handball gespielt, auch in Hoykenkamp. Und dann kam ich irgendwann zum Prellball. Gefühlt mache ich das schon ewig“, so Schmidt

Ein Turnier im Jahr

Wichtige Regeln beim Prellball

Das Spielfeld ist 8 x 16 Meter groß und in der Mitte durch ein 40 Zentimeter hohes Netz geteilt. Die Mannschaften bestehen üblicherweise aus je vier Spielern.

Gespielt wird auf Zeit. Üblich sind 2 x 10 Minuten, zur Halbzeit werden die Seiten gewechselt. Wer in der Gesamtzeit mehr Punkte erzielt hat, gewinnt das Spiel. Bei jedem Fehler eines Teams wird dem anderen ein Punkt gutgeschrieben.

Kommt der Ball vom Gegner, darf er volley oder mit Bodenberührung angenommen werden. Der Ball muss nach jedem Spielerkontakt innerhalb der eigenen Mannschaft einmal aufprellen. Jeder Spieler darf dabei den Ball während eines Spielzugs nur einmal prellen. Spätestens mit der dritten Berührung muss der Ball übers Netz.

Viele Prellballspieler seien früher auf dem größeren Handballfeld aktiv gewesen. Das mache sich auch heute noch bezahlt: „Man hat einfach ein besseres Ballgefühl“, erzählte der 90-Jährige, der früher auch im Punktspielbetrieb Prellball gespielt hat. Er bedauere es, dass dies aufgrund der rückläufigen Mitgliederzahlen nicht mehr möglich sei. „Wir spielen und üben das ganze Jahr über im Verein. Aber gegen andere Mannschaften spielen wir nur einmal im Jahr beim Kreisprellballturnier“, erklärte Schmidt.

Sechs Mannschaften fanden sich in diesem Jahr zum Turnier in der Sporthalle in Schierbrok ein – zwei Teams aus Hoykenkamp und je zwei vom TV Brettorf und Bookholzberger TB. Jeder spielte gegen jeden – am Ende setzte sich der TVB I vor dem Bookholzberger TB I und der ersten Mannschaft der TS Hoykenkamp durch. Brettorf ist damit Kreispokal-Gewinner 2019 – und das mit einer fast makellosen Bilanz. Alle fünf Spiele gewann die Mannschaft und ließ dabei bei 153 eigenen Punkten nur 82 gegnerische Zähler zu.

Georg Schmidt trat mit der 2. Mannschaft der Turnerschaft an – ein reines Ü-70-Team, das mit viel Erfahrung und Spielübersicht punkten konnte. Nach überstandener Krankheit freute er sich, endlich wieder auf dem Feld zu stehen. „Ich hatte im Sommer eine Herz-Operation. Danach habe ich lange überlegt, ob ich weitermachen möchte“, erinnerte sich Schmidt. Doch sein Arzt habe ihm Bewegung und Sporttreiben empfohlen. „Also mache ich weiter mit dem Prellball – und es bekommt mir sehr gut.“

Schmidt macht weiter

Bei der Kreismeisterschaft belegte Schmidt mit seinem Team den sechsten Platz. Für ihn aber kein Grund zum Ärgern. Vielmehr ist der 90-Jährige froh, dass er seiner Sportart weiter treu bleiben kann. „Ich weiß nicht, wie lange ich noch bei Kreisturnieren dabei sein kann. Aber ich werde weitermachen, so lange es geht“, versprach Schmidt.