Allgemeines, Völkerball

Nur Loppersum ist besser als der AT Rodenkirchen

Delbrück /Rodenkirchen Die Völkerballerinnen des AT Rodenkirchen sind ein Turnierteam: Wenn’s um den ganz großen Titel geht, rufen sie ihr Potenzial ab. Schon seit Jahren. Auch am Wochenende beim 18. Turnier um den DTB-Pokal in Delbrück bestätigten sie ihren Ruf. Sie waren als amtierender Titelträger zur inoffiziellen Deutschen Meisterschaft gereist und mussten sich am Sonntag erst im Finale dem Dauerrivalen WT Loppersum in drei Sätzen geschlagen geben (0:3, 1:0, 0:4). „Wir sind mehr als zufrieden“, sagte Rodenkirchens erfahrene Spielerin Julia Müller.


Spielten ein herausragendes Turnier: die Völkerballerinnen des AT Rodenkirchen. Zum Team gehören Alexandra Biskupek, Siasse Kröger, Martina Joachimsthaler, Lea Möhlmann, Tanja Drieling, Mette von Borstel, Katja Knupp, Dorothea Gradic, Jasmin Gerndt, Alexandra Gradic, Spielertrainerinnen Christiane Nemeyer und Julia Müller
Bild: privat

Schon im ersten Spiel der Gruppenphase (0:2/1:0) mussten die Rodenkircherinnen eine Bewährungsprobe bestehen. Der SV Altenoythe verlangte ihnen alles ab. „Das war hart. Die Altenoytherinnen waren gut drauf – die sind jung, fit und wollen“, sagte Julia Müller. „Dagegen haben wir zu Beginn eines Turniers meist Schwierigkeiten.“ Aber der ATR hielt dagegen und biss sich auch durch die knappe zweite Partie gegen Stennweiler (1:0, 3:0). Dann lief der Motor allmählich auf Hochtouren. Gegen Verl  (3:0, 6:0) und gegen Westerloh-Lippling (6:0, 6:0) gewann Rodenkirchen klar. „Da waren wir endlich im Turnier angekommen“, sagte Julia Müller.

In der Zwischenrunde traf Rodenkirchen auf Delbrück und Westenholz. Die Gastgeberinnen präsentierten sich als starkes Team. „Die sind unglaublich fangstark“, sagte Julia Müller. „Die kriegt man nur mit Streifschüssen.“ Die Partie endete leistungsgerecht (0:2, 2:0).

Auch die Partie gegen Westenholz war umkämpft. Diesmal hatte der ATR die etwas bessere Bilanz (2:0/1:0). Anschließend mussten die Rodenkircherinnen den Ausgang der Partie Delbrück gegen Westenholz abwarten. „Das war schrecklich“, sagte Julia Müller. Delbrück und Westenholz trennten sich im letzten Spiel des Tages remis. Entscheidend war der direkte Vergleich: Delbrück und der ATR zogen in die Endrunde ein – nach zwölf Stunden hatte das Team aus der Wesermarsch sein Ziel erreicht. „Das war ein anstrengender Tag“, sagte Julia Müller. „Wir waren echt kaputt.“

Die Delbrückerinnen mussten am Sonntagmorgen gleich um neun Uhr wieder spielen und zahlten im Kampf um das Finale den Tribut für den Kräfteverschleiß. „Deshalb waren wir froh, dass wir nicht gleich am frühen Sonntagmorgen spielen mussten“, sagte Julia Müller. Zumal wieder das Duell mit Altenoythe anstand. Der ATR gewann den ersten Satz diesmal mit 3:0, die Altenoytherinnen sicherten sich Satz zwei mit 1:0. Anschließend besiegte der SVA Schöning mit 6:0 und 6:0, während sich der ATR mit 4:0 und 2:0 schadlos hielt und damit den Einzug ins Finale perfekt machte. „Damit waren wir schon zufrieden“, sagte Julia Müller.

Im Endspiel wartete der Erzrivale WT Loppersum –  die Zuschauer sahen die Neuauflage des Vorjahresfinales. „Loppersum war phänomenal gut drauf und hat ein ganz starkes Turnier gespielt“, sagte Julia Müller. Die Ostfriesinnen hätten zuvor keinen Satz abgegeben. „Aber wir wollten uns auf keinen Fall abledern lassen“, sagte Julia Müller.

Und der ATR lieferte Loppersum einen großen Kampf. Nach einem 0:3 im ersten Durchgang sicherten sich die Rodenkircherinnen den zweiten Durchgang mit 1:0. „Im dritten Durchgang hatten wir ein wenig Pech“, sagte Julia Müller. „Da waren einige dusselige Bälle dabei.“ 4:0 hieß es am Ende für Loppersum. Dennoch kehrten die Roden-kircherinnen gut gelaunt in die Wesermarsch zurück. Wieder mal hatten sie gezeigt, dass sie zur absoluten Spitze in Deutschland gehören.