Faustball

Happy End für den SV Moslesfehn und er fährt zur DM

Auf den letzten Metern schoben sich die Moslesfehnerinnen noch auf Rang drei!

Die Faustballerinnen des SV Moslesfehn qualifizierten sich im „Herzschlagfinale“ für die Deutschen Meisterschaften. SVM-Trainer Till Oldenbostel freut sich über diesen Abschluss

Wir wollten heute einen schönen Abschluss haben. Natürlich sind wir fokussiert an die Spiele herangegangen. Aber es musste schon einiges zusammenkommen, um die Qualifikation wirklich noch zu realisieren. Der Sieg gegen Schneverdingen war echt stark. Und natürlich haben wir vom Ausrutscher Brettorfs profitiert. Frage: Wird heute noch ordentlich gefeiert? oldenbostel: Die Stimmung ist unfassbar gut. Wir werden sicher noch zusammen bleiben und mit einigen Gläschen auf die Quali anstoßen. Frage: Was rechnen Sie sich für die Deutschen Meisterschaften aus? oldenbostel: Die Vorfreude ist jetzt schon da. Alles, was noch kommt, ist für uns ein Bonus. Wir müssen in der Finalrunde leider Sabine Grüning ersetzen. Sie hat in dieser Zeit Urlaub gebucht.

NWZonline.de
https://www.nwzonline.de/interview/stimmung-ist_a_50,7,769484384.html
und
https://www.nwzonline.de/oldenburg-kreis/lokalsport/brettorf-moslesfehn-faustball-happy-end-fuer-sv-moslesfehn_a_50,7,753847865.html

Brettorf /Moslesfehn Mehr Spannung ging nicht: In einem Herzschlagfinale haben sich die Faustballerinnen des SV Moslesfehn auf den dritten Tabellenplatz in der 1. Bundesliga Nord geschoben – und damit tatsächlich noch die vor wenigen Wochen kaum für möglich gehaltene Qualifikation für die Deutsche Meisterschaft geschafft. Während in der Hundsmühler Sporthalle Riesenjubel herrschte, war die Enttäuschung 30 Kilometer weiter süd-östlich ebenso groß, denn dort hatte der TV Brettorf auf den letzten Metern der Saison sein DM-Ticket verspielt und war hinter Moslesfehn auf Rang vier abgerutscht. Die Dramatik des letzten Spieltags am Sonntag zwischen den beiden Landkreisteams in der Konferenz:
Pünktlich um 11 Uhr geht es los. Zum Auftakt trifft Gastgeber Moslesfehn auf Tabellenführer TV Jahn Schneverdingen. „Wir sind der klare Außenseiter“, stellt SVM-Trainer Till Oldenbostel fest, „aber wir wollen uns nicht vorwerfen lassen, nicht alles gegeben zu haben.“ Jahn muss auf Top-Schlagfrau Theresa Schröder verzichten. Ist das die Chance? Der erste Satz geht knapp mit 10:12 verloren. „Danach waren wir auch emotional auf der Höhe“, sagt Oldenbostel. Der SVM wird variabler im Angriff, gewinnt die Sätze zwei (11:5) und drei (11:6). Bahnt sich hier etwa eine Sensation an?
In Brettorf bekommt der bisherige Tabellendritte scheinbar das Nervenflattern. Die allenfalls mäßigen Leistungen der vergangenen Wochen finden auch gegen den Tabellenvorletzten Stern Kaulsdorf ihre Fortsetzung. In den ersten beiden Sätzen findet der TVB überhaupt nicht ins Spiel, verliert mit 8:11 und 5:11. Immerhin gelingt anschließend mit 11:7 der Anschluss. Kann das Team von TVB-Betreuer Christian Kläner das Spiel noch drehen? Mit einem Teil seiner Gedanken ist auch er beim Spieltag in Hundsmühlen. „Wahrscheinlich benötigen wir die Schützenhilfe von Schneverdingen“, orakelt Kläner.
Zurück beim SV Moslesfehn. Die Schützlinge von Till Oldenbostel verschlafen den Start in den vierten Satz. Zwar wird es knapp, aber Jahn hat das bessere Ende für sich (11:13). „Vor dem Entscheidungssatz haben wir uns gesagt, dass wir diese elf Punkte machen wollen“, sagt der Trainer. Nane Ahrens und Co. sind hochkonzentriert und legen eine klare 6:1-Führung vor. Schneverdingen kann nicht mehr kontern. Der SVM gewinnt 11:4. Verhaltener Jubel macht sich breit…
In der Sporthalle am Bareler Weg kommt keine Siegerstimmung auf – stattdessen überwiegt bei den Schwarz-Weißen schon jetzt die Enttäuschung, als Satz vier und damit das Spiel verloren geht (6:11). Als die Nachricht vom Moslesfehner Sieg eintrudelt, gehen die Köpfe endgültig runter. „Damit war allen eigentlich schon klar, dass wir die DM-Teilnahme abhaken können“, meint Kläner, der nicht wirklich damit rechnet, dass sich Moslesfehn ausgerechnet gegen Schlusslicht Wangersen noch einen Ausrutscher leistet.
Die Spielerinnen des SV Moslesfehn wärmen sich auf. „Gegen das junge Team vom MTV Wangersen sind wir der Favorit“, sagt Oldenbostel. Er glaubt nicht, dass diese Rolle sein Team lähmen könne, so der Trainer. Satz eins ist nach neun Minuten durch (11:4). Im zweiten Abschnitt häufen sich die Fehler – 5:11 geht der Satz verloren. Im dritten setzt sich die Erfahrung durch – 11:6 für den SVM. Marisa Meyer gibt die Devise vor: „Kommt Mädels, noch einen Satz.“ Punkt 14.06 Uhr ist es geschafft. 11:7 für Moslesfehn. Grenzenloser Jubel, die Spielerinnen werfen sich aufeinander. „Wir freuen uns total“, sagt Schlagfrau Karen Meyer, „die Qualifikation war nicht zu erwarten.“
In Brettorf gelten die Gedanken nur noch dem eigenen Spiel. Immerhin gelingt mit dem 3:1 gegen Bayer Leverkusen (11:8, 6:11, 13:11, 11:7) ein versöhnlicher Abschluss – Platz drei ist aber futsch. „Es hatte sich in den letzten Wochen schon abgezeichnet“, gibt sich Betreuer Christian Kläner gefasst. „Die Mannschaft hat zuletzt nicht das gespielt, was sie kann. Zudem hat auch die Psyche einige Spiele entschieden“.